10 rujna 2006

Urlaub bei Rie, Alf und Tomo 2

Hallo und willkommen zu einer weiteren Folge in meinem "Urlaub auf dem Bauernhof/Krankenhaus-Opus".

Der Montag verlief ohne Besonderheiten, obwohl - die einzige war, daß wir zu dritt waren weil Alf zum ersten Mal nach dem Urlaub seiner Arbeit nachging. Am Dienstag verbrachten wir einen wunderschönen Nachmittag auf dem Killesberg. Auf der Hinfahrt schlief Tomo in seinem Kindersitz ein da wir kurz nach dem Mittagessen losgefahren sind. Rie hat sich mit Sakiko verabredet und weil wir etwas verspätet losgefahren sind und unterwegs auch noch im Stau steckten kamen wir etwas später als vereinbart an der Stuttgarter Messe an. Welch eine Katastrophe für Japaner! Rie war schon während der ganzen fahrt unruhig - das gehört sich nicht! Was für mich, vom Ursprung Südländer eher eine Regel als Ausnahme ist. :-) Dort angekommen fing das volle Programm an: das Wetter war wunderschön, erste Station war am Streichelzoo wo wir einige 20 Cent-Stücke auf dem Futterautomaten ausgaben und dann ging es im gemächlichen Tempo in Richtung Spielplatz weiter. Nach anfänglicher Reserviertheit, gar offenem aus dem Weg gehen akzeptierte mich Ayumi - die Tochter von Sakiko nach und nach, wenn auch mit gewisser Dosis Skepsis. Am Spielplatz der natürlich voll war angekommen, verschwanden die beiden Knirpse an diversen Rutschen, Schaukeln und ähnlichem Gerät - und die beiden Muttis hinterher. Was blieb mir als selbstbewussten Mann übrig, als die beiden Kinderwagen von einer zur anderen Spielstation (lese: Sitzmöglichkeit!) zu schleppen? Erst nach gewisser Zeit fielen mir die fragenden Blicke anderer anwesenden auf! Die einen oder anderen Oma oder Opa lächelten mich milde an aber bei anderen Erwachsenen waren das eher Fragen "Polygamie?" oder vielleicht das eine oder andere "...welches Kind ist jetzt von ihm?" :-) Ich meine, welches Bild gaben wir ab? Zwei Japanerinnen mit so ähnlich japanisch aussehenden Kindern, die mit einem mitteleuropäisch aussehenden Mann Deutsch sprechen während sie ihre Mütter auf Japanisch anreden... Der Eindruck sollte sich noch verstärken als Rie, Sakiko und die Kiddies langsam erschöpft vom Toben zu mir kamen und die Vesper-Sachen rausholten. Rie hat Trauben ausgepackt und reichte sie Tomo, nachdem sie zwei-drei die um den Stiel schon braun waren herauswarf. Tomo fühlte sich dadurch ermutigt die Auswahl nach eigenen Kriterien durchzuführen und fing an jede zweite gen Gebüsch zu fördern. Dieser Verschwendung überdrüssig nahm ich die Trauben an sich und zeigte ihm jede einzeln an mit den Worten "guck mal - die ist gut!". Darauf hat er die gezeigte gepickt und gegessen. Irgendwann fragte ich ihn ob ich denn auch eine haben darf und er gab sie mir bereitwillig, worauf ich mich für jede einzelne deutlich mit "arigato" bedankte. Diese Blicke hätte ich fotografieren sollen! "Jetzt spricht auch der Japanisch mit dem Kind!" oder so ähnlich, obwohl das mitunter das einzige Wort ist das ich - sogar richtig aussprechen kann...

Nach dieser kurzen Erholung gingen wir weiter, an einem See voller Flamingos vorbei, in Richtung Biergarten. Jetzt ließ sich Ayumi von mir sogar kutschieren - das Eis war endgültig gebrochen!



Am Ziel angekommen suchten wir uns einen Tisch in der Nähe einiger weniger Spielgeräte doch die beiden Muttis durften ihre Getränke nicht lange genießen. Von der mageren Auswahl der Spielgeräte offensichtlich gelangweilt, machten sich die beiden Knirpse daran den Biergarten unsicher zu machen während die Mütter versuchten sie daran zu hindern. Als letztes Mittel mußte der böse Paikiman herhalten um die Kinder davon abzuhalten sich irgendwo im Park zu verlieren.



Eines der ersten kulturellen Unterschiede zwischen Japan und dem Rest der Welt was Kinder- und Zeichentrickfilme angeht ist der japanische Superman der dort Anpanman heißt. Sein Gegenpart, gewisser weise der japanische Joker ist der Paikiman der sich ausgezeichnet dazu eignet die Kinder davon zu überzeugen doch das zu tun was man für richtig und angebracht hält. Da an diesen zwei Gestalten eine riesige Merchandising- und Spielzeugindustrie ihr Geld verdient, traf ich sie beinahe überall: mindestens jedes dritte Tomos Spielzeug hat damit was zu tun, dann sind da of course unzählige DVDs mit ihren Abenteuern...

Abschied viel nach diesem schönen gemeinsam verbrachten Nachmittag schwer. Sogar Ayumi versuchte mir etwas auf Japanisch zu erzählen, so hatte sie sich an mich gewöhnt! Auf dem Rückweg saß ich, wie sich herausstellte - zum Glück, neben Tomo auf dem Rücksitz. Bald nachdem wir die Stadt verließen - steckten wir schon im Stau. Tomo war durch die Fülle der Eindrücke der letzten Stunden etwas aufgedreht und ich gab mir redlich Mühe ihn daran zu hindern unsere Fahrerin abzulenken. Ich imitierte Michael Schumacher, schnitt Grimassen und machte Blödsinn, so wie er es auch von meinem Vater gewöhnt war. :-) Was ich mir vorgenommen hatte gelang zum Teil, von Rie bekam er ihr Haargummi und war bis nach Hause ruhig - gut, er ist nichtmal im Schlaf ruhig, daher ist diese Aussage nur zum Teil richtig. Zuhause angekommen wollte er unbedingt, daß Rie ihm die Haare bindet und das nach seinen esthetischen Maßstäben. Danach stand er ganze fünf Minuten vor dem Spiegel sich bewundernd und schrie "Kawaiii! Kawaiii" (Süüüss! Süüüss!) :-)



Nö, das ist dann wohl doch nicht die letzte Folge! Bis zum nächsten Mal, Tschüss!

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