30 kolovoza 2006

Urlaub auf dem Bauernhof

In den Neuzigern hat man in den Medien öfters vom Landurlaub oder "Urlaub auf dem Bauernhof" gehört. Es war eine Werbung die auf der ziemlich abgefahrenen Vorstellung basierte, gestresste Stadtmenschen würden mit ihren Kindern lieber 1-2 Wochen auf dem Lande, vorzugsweise auf einem Bauernhof irgendwo in Deutschland verbringen, statt eben nach Mallorca oder nach Türkei zu fliegen, auf dem Strand zu liegen und/oder literweise Sangria zu versaufen. Kinder wären von den ganzen Tieren begeistert und die Eltern würden sich auf der tollen Landluft, fernab der Abgase und des Lärms ach so richtig erholen können.

Obwohl ich nie ein Anhänger dieser Idee war - auch Mallorca & Co. löst bei mir keine Begeisterungsstürme aus, kam ich dieses Jahr gewisser Weise notgedrungen in den Genuss der berühmten "Landluft". Die Geschichte geht so:

Ich sollte am Dienstag, 08.08. gemeinsam mit Freunden von mir, von Stuttgart aus nach Kroatien zu meinen Eltern fliegen. Dort sollten wir die ersten zwei Wochen gemeinsam verbringen und ich würde noch eine Woche dranhängen. Praktischerweise wohnen diese Freunde von mir, namentlich Rie und Alf, auch noch in Stuttgarter Umgebung und haben es bis zum Flughafen einige S-Bahn Haltestellen weit. So fuhr ich schon am Montag davor zu ihnen mit der Absicht dort zu übernachten und dann am nächsten Tag die Reise anzutreten. Mein Flug ging zwei Stunden vor ihrem, so versprach ich ihnen in Split auf dem Flughafen auf sie zu warten. Ich wollte ihnen Deutsch sprechenden kroatischen Taxi- oder Busfahrer und ähnliche Unannehmlichkeiten ersparen *lach*.

Schon am Wochenende fühlte ich mich seltsam, bekam Halsweh und es wurde mir schwindelig. Ich dachte, wieder so ein grippaler Infekt, ich bin wegen meiner Vorerkrankung anfällig, Cortison verdoppeln und dann ist in 2-3 Tagen Ruhe. In der Nacht auf Dienstag wurde mir dann richtig schlecht. Ich bekam Fieber und Gliederschmerzen, am nächsten Morgen konnte ich kaum noch stehen. In mir kam eine Erinnerung auf, wie das war als ich noch als kleines Kind Grippe oder Erkältung hatte: meine Eltern hätten aus frisch gepressten Zitronen eine Limonade gemacht, meine Mutter hätte eine kräftige Suppe gekocht und hätte ständig einen Tuch unter kaltem Wasser ausgewaschen und mir damit die Stirn gekühlt… Ich wäre rundum versorgt! Wegen dieser Vision, die wahrscheinlich schon dem aufkommenden Wahnsinn der Krankheit entsprungen war, wurde ich noch entschlossener zu reisen. Dann verabschiedete ich mich von meinen Freunden, Alf hat mich noch zur S-Bahn gebracht und begleitet, schaffte es noch mit letzter Kraft zum Flughafen und brach dann beim Check-In zusammen!

Als mich die Sanitäter auf ihre Station brachten stellten sie fest, daß ich über 40 Grad Fieber hatte und zu hohen Blutdruck. Natürlich, es stand sofort fest, in dem Zustand würde mich kein Pilot der Welt mitnehmen! Da noch Zeit zum Einchecken war einigten wir uns, daß man mir irgendwas verabreicht in der Hoffnung, in einer Stunde würden sich die Zeichen einer Besserung zeigen – dann kann ich fliegen, ansonsten…
Diese eine Stunde ging schnell vorbei, ich hatte immer noch höllischen Fieber und mein Blutdruck spielte noch verrückter. Nachdem klar war, daß ich es alleine nicht schaffe wieder nach Hause zu fahren und auch niemanden engagieren kann es zu tun, bestellten sie den Rettungsdienst und brachten mich nach Filderstadt in die Filderklinik...



Soviel für heute, nächstes mal erzähle ich Euch wie's weiterging. In der Zwischenzeit könnt ihr Euch noch ein paar Fotos angucken. Tschüssle!