12 prosinca 2006

Orden für Srebrenica-Blauhelme

Eines der dunkelsten Kapitel des UN-Blauhelm Einsatzes in Bosnien und Herzegowina bekam ein skurilles Nachspiel.

Den niederländischen Soldaten die, nach Worten des Verteidigungsministers Henk Kamp "in Srebrenica einen außerordentlich schwierigen Auftrag hatten", wurde am 05.12. demonstrativ ein Orden verliehen, angeblich weil sie jahrelang fälschlicherweise für die Geschehnisse in der damaligen UN-Schutztone verantwortlich gemacht wurden. "Offizielle Untersuchungen stellten keine Mitschuld der niederländischen Soldaten an dem Massaker fest" zitiert Der Spiegel die offiziellen Quellen. Niederländische Regierung sieht die Untersuchungen des außerordentlich schwierigen (und nicht erfüllten!) Auftrags offenbar als beendet an.
Um von den "Geschehnissen" vor so langer Zeit wieder das richtige Bild zu bekommen, hier ein YouTube-Fund: (Achtung, eindeutige Gewaltszenen!)





Es wird teilweise behauptet, Serben hätten die - schlecht ausgerüsteten und unterbesetzten - niederländischen Soldaten in Schach gehalten und so verhindert, daß sie einschreiten. Zu dieser In-Schach-Halten-Strategie gehörte sicherlich auch das gemeinsame Besäufnis des Serben-Generals Ratko Mladic und des niederländischen Kommandeurs Oberstleutnant Tom Karremans. Es ist doch klar, daß er nach einigen Gläschen Slivovitz nicht mehr in der Lage war die schutzsuchenden Bosniaken zu verteidigen!

In Bosnien stieß die Verleihung auf Unverständnis und offiziellen Protest: Der niederländische Botschafter wurde einberufen. Einige Medien in Bosnien und Herzegowina behaupten sogar, daß diese Verleihung eine Antwort auf die Vorbereitungen einer Sammelklage der Hinterbliebenen ist, die zur Feststellung der Verantwortung des niederländischen Verteidigungsministeriums, der niderländischen Regierung und des UNPROFOR für das Massaker führen soll.

Ich persönlich hätte von unseren, ach so tolleranten holländischen Nachbarn etwas mehr Umsicht in dieser Angelegenheit erwartet!
Ich beteilige mich am Protest gegen die Art einen Schlußstrich zu ziehen und habe diesen Orangefarbigen Banner mit der Aufschrift "Aferim! Congratulations...!" auf die Seite gestellt. Aferim bedeutet soviel wie "wir gratulieren!". Näheres erfährt man nach dem Klick (mehrsprachig).

09 prosinca 2006

Klangstrahlen, die 2. (incl. einer kurzen Anleitung zum Lesen diesen Blogs)

Wie ka-news.de heute (und am 09.12.) meldet, sind die "Klangstrahlen" einer der Gewinner des Wettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen 2007". Dieses Ergebnis wurde gestern auf einer Pressekonferenz der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" der Öffentlichkeit präsentiert.

Anlaß für die Initiative war die Fußball-Weltmeisterschaft, deren Ziel ist es die Stärke des Standortes Deutschland zu betonen und "spiegelt wesentliche Eigenschaften der Deutschen wider: Einfallsreichtum, schöpferische Leidenschaft und visionäres Denken". Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler.

Damit hat sich Karlsruhe, neben den diesjährigen Gewinnern (Staatliche Münze, ZKM, Forschungszentrum FZK, "Karlsruher Modell"-auch hier), für das nächste Jahr weitere drei Attraktionen gesichert: den Kongress „Kinder bewegen – Energien nutzen“ an der Uni (Schirmherrin Dr. Ursula von der Leyen), Karlsruher Klangstrahlen und die Neurochirurgie des Städtischen Klinikums! Mit Sport habe ich bekanntlich wenig am Hut, dafür habe ich aber zu den anderen zwei eine besondere Beziehung. Was die Klangstrahlen angeht ist die Sache klar. Aber Neurochirurgie? Wie ich im vorigen Post bereits erwähnt habe... Ich habe das Gefühl, es ist doch langsam Zeit gekommen dieses Thema ausführlicher zu behandeln!

Ich weiß! Einige Leser diesen Blogs werden mit Sicherheit sagen "...nicht schon wieder Krankenhaus!", aber dieses Thema gehört zu mir, hat mein Leben und meine Persönlichkeit im großen Maße geprägt. Glaubt mir bitte, ich wäre doch sowas von froh wenn das nicht so wäre! Im Übrigen sehe ich überhaupt keinen Grund sich rechtfertigen zu müssen. Wen's interessiert wird es lesen und wen nicht - überspringe das Thema oder laß es ganz bleiben! Besuche weiter Dein "Singles Flirt Chat" oder von mir aus auch Bild-online...

Das mußte jetzt auch gesagt werden! Fühlt sich denn jemand angesprochen? Gut so!

26 studenoga 2006

Klangstrahlen

Am 24.09.2006, als es noch sonnig und warm war, haben mich meine lieben Freunde Rie, Alf und Tomo besucht – aus einem besonderen Anlaß.

Karlsruher werden sich vielleicht erinnern, daß es an diesem Sonntag eine Veranstaltung gab die jedes Jahr lange im Voraus angekündigt und beworben wird. Im Rahmen des Marathons gibt es seit einigen Jahren verschiedene Aktionen entlang der Laufstrecke und an deren Anfang und Ende. In vergangenen zwei Jahren waren auch Musiker an einem Abschnitt postiert, die mit temporeichen klassischen Musik versuchten die Läufer bei Laune zu halten. Leider war diese Stelle etwas arg außerhalb, sodaß es so gut wie keiner mitgekriegt hat.

Deshalb hat man sich dieses Jahr entschlossen, das ganze in die Mitte des Geschehens zu rücken und die Klangstrahlen waren geboren. Man verteilte die Musiker auf der Linie Schloß-Marktplatz-Ettlinger Tor (auf das Foto klicken!) und verwandelte kompletten Innenstadtbereich in das wahrscheinlich größte Freilichtkonzert der Welt! Wie sich die Läufer dabei fühlten und ob sie es überhaupt mitkriegten als sie an den Musikern vorbeiliefen weiß ich zwar nicht, doch für die Beobachter und Gäste die an diesem sonnigen Tag zahlreich durch Karlsruher Stadtmitte strömten, war es ein Erlebnis. Man hatte das Gefühl, daß die Musik von überall herkommt und es dauerte etwas bis man sie auf einem Punkt im Raum festmachte denn, fast alle Musiker waren auf die Türme, Fenster, Balkone und Dachterrassen verteilt! Es war wundervoll! Und Rie war mit ihrer Klarinette dabei.

Sie fuhren erst direkt zum Marktplatz und ließen Rie dort aussteigen, weil sie bereits um zehn Uhr anfangen mußte zu spielen. Dann kamen Alf und Tomo zu mir um die Sachen abzuladen, Tomos Windel zu checken und gegebenenfalls wechseln und etwas Kühles zu trinken. Mit einem zweijährigen Kind ist auch die Reise von Gärtringen nach Karlsruhe nicht einfach… Was macht man mit einem lebhaften Kind bei schönem Wetter? Man sitzt nicht in der kühlen Wohnung, oder vielmehr, versucht es am Verlassen der Wohnung bzw. Umgestaltung der Wohnungseinrichtung zu hindern? Nein, man geht natürlich zum Spielplatz. Ein Glück, so einer ist gerademal 100 Meter von meiner Wohnung entfernt. Dort angekommen, probierte Tomo das eine oder andere Gerät aus und blieb begeistert bei einem Spielplatz-Bagger stehen, Hier verbrachen wir die folgenden 30 Minuten… Alf und ich wechselten uns beim Drehen ab und hatten, im Gegenteil zu Tomo, sehr schnell wieder genug davon. Er aber genoß die Errungenschaften der modernen Bautechnik und war von den Leiden seines Vaters und mir in der brütenden Hitze gar nicht berührt. Das änderte sich auch dann nicht, als wir versuchten ihn zu überzeugen, daß Rie auf uns warten und sich Sorgen machen würde. Erst als ich versprach, daß wir – nach einem Spaziergang durch die Stadt, einem Besuch bei Rie und ihren Kollegen auf dem Dach des Museums am Markt und anschließendem Mittagessen – wieder auf den Spielplatz kommen werden, ließ er locker. Genau in dieser Reihenfolge machten wir es dann auch, bloß auf uns wartete eine große Überraschung.

Während wir noch beim Mittagessen saßen und diskutierten, schob Tomo seinen Kinderwagen unbemerkt ins Zimmer, Zog seine Schuhe an, setzte sich in den Kinderwagen und schnallte sich an. Er blieb solange im Wagen sitzen bis wir merkten, daß was nicht stimmt. Als Begründung für seine Aktion stammelte er: „Pielplatz!“… Mein erster Gedanke war „OK kleiner, der klügere gewinnt dann wohl…“! Eigentlich war noch ein kollektives Mittagsschläfchen geplant, so zogen wir den Gang zum Spielplatz hinaus, in der Hoffnung Tomo wird mit vollem Bauch müde. Weit gefehlt. Nach einem kurzen Besuch des Spielplatzes packten sich meine Freunde und fuhren nach Hause – ohne Mittagsschlaf.

Hier noch ein paar Fotos! Bis zum nächsten Mal!


Euer Tibor

25 studenoga 2006

Geiz macht krank

Kassenärztliche Bundesvereinigung macht in ihrer neuesten Kampagne Werbung für meinen Blog darauf aufmerksam, daß bereits "zahlreiche Ärzte wegen Unterfinanzierung schließen mußten" und, wie es weiter heißt, "haben seit dem Jahr 2000 über 12.500 Mediziner Deutschland bereits verlassen."... Worum geht's? "Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) möchten mit gezielten Aktionen darauf aufmerksam machen, dass die derzeit geplante Gesundheitsreform ebenso zu Lasten der rund 147.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten gehen wird wie der rund 72 Millionen Bürger in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)". Aha, also edle Ziele stecken dahinter!?

Für mich jedoch sieht es danach aus, daß man sich, indem man auf solcherlei Mißstände hinweist, eine Daseinsberechtigung zu verschaffen und begründen versucht, wo man doch hauptsächlich der Geldeintreiber und -verteiler für die niedergelassenen Ärzte und der Mittler zwischen ihnen und den Krankenkassen ist. Bei uns in Kroatien gibt es einen netten Spruch: "Der Hund bellt für sich und nicht für das Dorf" und der kann auch hier seine Anwendung finden. Nicht die vielen niedergelassenen Ärzte liegen der KBV am Herzen, sondern macht man sich Sorgen im Zuge der Gesundheitsreform überflüssig zu werden!
Auf der anderen Seite jedoch, die Reform sieht weitere sinnlose Aufblähung des Staatsapparats vor - und das kann auch nicht in unserem Sinne als Patient +/- Arzt = Steuerzahler sein!

Eine der Aussagen beinhaltet jedoch kosmische Wahrheit: "Geiz an der falschen Stelle macht krank..."! Beweise? 1. Siehe meine früheren Posts! 2. Ein total geiziger Tumor an der falschen Stelle im Hirn Körper, hat ja Eueren geizigen Schwaben schließlich seiner Gesundheit beraubt und ihn zum Schwerbehinderten gemacht... Das ist aber eine längere Geschichte, die ich Euch angesichts des heutigen Themas vorerst lieber vorenthalten werde.

In diesem Sinne: gute Gesundheit!
Euer geiziger Schwabe

23 studenoga 2006

Relaunch!

Am 17. Februar 2003 hat Google Blogger.com bzw. den Betreiber der Seite, die Firma Pyra Labs gekauft. Wie GoogleWatchBlog am 11. November gemeldet hat, ist die Blogger beta-Version für neu erstellte Blogs bereits Pflicht. Da ich nicht so lange warten wollte bis es zwangsweise passiert, so habe ich meinen Blog gerade auf Blogger (ewig-) beta umgestellt und - wie man sieht, am Layout etwas herumgebastelt.

Ich hoffe, es gefällt euch! Stay tuned!

22 rujna 2006

Kaffeebar Schiller am Kronenplatz

Hallo!

Zur Übung heute eine Kurzgeschichte über eine reale - und keine virtuelle Kneipe.

Des öfteren bin ich Gast bei Michael Schiller und seinen Mädels: Anette, Claudia, Lydia, Sara, Tanja, und Rebecca. Da letztere für gewisse Zeit im Ausland studiert, wird ab etwa Anfang Oktober Julia für sie einspringen. Früher hat Michael in den gleichen Räumen von Februar 2000 bis April 2006 ein beliebtes Internetcafé betrieben - die NetLounge (näheres im Stadtwiki Karlsruhe). Nach einem länger als geplant und erhofft andauernden Umbau wurde daraus ab Juni die Kaffeebar. Wie man auf den Fotos sehen kann, das ist ihm und seinen Helfern sehr gut gelungen. Geschmackvoll und farblich harmonisch eingerichtet, mit einem sehr netten und jungen Team (gell Micha?!) ist die Kaffeebar immer einen Besuch wert.

Beim Schiller bekommt man alle erdenklichen und auch weniger bekannten Kaffeearten, eine breite Auswahl an nicht alkoholischen und alkoholischen Getränken zu moderaten Preisen, diverse Snacks (Baguette, Toast, Muffins etc.) und seit ein paar Wochen auch Frühstück ab halb acht morgens serviert. Für die Freunde der mittaglichen Leichtkost empfehle ich Schrimpscoctail mit Toast, den man im Sommer wunderbar auf der Aussenterasse mit Blick auf den Kronenplatz geniessen kann. Apropos Terasse: die Kaffebar ist klimatisiert! Im Andenken an die ehemalige NetLounge sind drei Steh- und Sitzplätze mit Internet-PCs verfügbar und mit eigenem Notebook kann man über W-LAN kostenlos surfen. Neben diversen Zeitschriften und der Tagespresse ist eine BookCrossing-Ecke im Aufbau.
Das wichtigste: man trifft hier immer nette Leute! Manchmal sind das Menschen die man danach nie wieder sieht - weder hier noch sonstwo in Karlsruhe, aber öfters sind das regelmäßige Besucher wie z.B. Nachbarn vom Kronenplatz, Bewohner des Hauses oder Leute die man von woanders her kennt.

Also, nichts wie hin! Das nächste mal seid ihr - wie gewohnt, wieder zu Besuch beim geizigen Schwaben in seiner virtuellen Dorfkneipe...


Wichtige Bemerkung: Dieser Post ist weder initiiert noch gesponsort von der Kaffeebar oder von Michael Schiller persönlich. Der Text gibt subjektive Meinung des Autors wider.

21 rujna 2006

Ich bin noch da!

Hallo!

Falls jemand von Euch, den regelmäßigen Besucher dieser Seite gedacht hat ich würde jetzt wieder eine mehrmonatige kreative Pause einlegen - hat er teilweise Recht. Zwar nicht über die beabsichtigte Länge, aber über ihren Inhalt.

Ich meine, bevor ich Posts der Art "Leute, was mir heute passiert ist!" oder ähnliche tagespolitische Themen (Achtung, political correctness, lese: Schwachsinn!) veröffentliche, überlege ich mir gründlich was ich auf Euch loslasse. Zur Illustration meiner Absichten sei noch gesagt, ich habe meinen Diktaphon herausgekramt - ja eines dieser alten Dinger mit Microkasseten! Mein Mobiltelefon hat zwar eine Aufnahmefunktion und wahrscheinlich mehr Kapazität, bloß käme ich mir bescheuert vor in der Bahn das Ding zu zucken und vor meinem Mund haltend die Gedanken festzuhalten...

Für die Zwischenzeit will ich Euch nochmal an meinen Fotoalbum erinnern, bald mit einer Menge neuer (und alter) Fotos.

Soviel für diesmal und: lasst Euch überraschen!

11 rujna 2006

Heute die traurige Folge...

Am Mittwoch früh entschließ ich mich abzureisen, bevor sich meine Freunde zu arg an mich gewöhnt haben. Man soll schließlich dann Schluß machen als es am schönsten ist.

Da Rie mittwochs immer Unterricht gibt (habe ich schon erwähnt, daß sie in Karlsruhe an der Hochschule für Musik Klarinette studiert hat?) hat sie ihre Babysitterin bestellt. Meine einzigen Aufgaben bestanden darin, sich in sie Sonne zu setzten, sich unbemerkbar zu machen und später einen Tomaten-Mozzarella Salat zu machen. Diese junge Dame die Tomos Babysitterin ist, ebenfalls Japanerin, macht mit ihm diverse pädagogisch wertvolle Übungen, man muß doch recht früh damit anfangen wenn man sich die ganzen Buchstaben merken will! Um sie nicht dabei zu stören ging ich in den Garten, aß erstmal mindestens halbes Kilo von diesen gigantischen Brombeeren, dann dampfte ich eine und legte mich in die Sonne. So verbrachte ich fast den ganzen Vormittag, las noch aus einem Buch das mir meine Mutter geschickt hat um danach wieder vor sich hinzudösen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen - Tomo ist übrigens das einzige Kind das ich kenne mit einem riesigen Appetit auf rohe Tomaten, verabschiedete sich die Babysitterin. Bis zum Abend war nicht lange, ich packte meine sieben Sachen und verabschiedete mich von meinen Freunden - ach was, meiner Familie! Gegen 22:30 kam ich in Karlsruhe an. Am nächsten Tag ging ich zum Hausarzt.

Diese sechs Tage waren eine allzu große Entschädigung für den verpassten Urlaub, sie waren genau das was ich nach der relativen Einsamkeit im Krankenhaus gebraucht habe: aufgenommen in eine Familie, als ein Teil der Familie zu funktionieren, die lieben Menschen um mich herum zu haben... Das alles und noch mehr boten mir Rie, Alf und mein kleiner Bruder Tomo in diesen Tagen. Sie versprachen mich bald zu besuchen und ich versprach auch, sobald ich ein Verlängertes Wochenende zusammenbekomme gleich wieder vorbeizukommen. Leider hatte ich kein zweites Paar Schuhe dabei das ich bei ihnen lassen konnte, so wie sie ihre Badelatschen bei uns auf der Insel ließen - wie man bei uns glaubt, die Garantie auf jeden Fall wieder zu kommen...



Vielen Dank Rie, vielen Dank Alf, vielen Dank Tomo! Ich werde diese Zeit nie vergessen! Nächstes Jahr, das verspreche ich euch, werde ich die letzten zwei Wochen vor dem Urlaub mit einer Atemschutzmaske herumlaufen, werde mich gesund ernähren und kein Alkohol trinken :-) Dann klappt's 100%-ig mit gemeinsamen Urlaub!



So, Schluß für heute! Wir trinken noch eine auf die Freundschaft und dann Feierabend! Gute Nacht!

10 rujna 2006

Urlaub bei Rie, Alf und Tomo 2

Hallo und willkommen zu einer weiteren Folge in meinem "Urlaub auf dem Bauernhof/Krankenhaus-Opus".

Der Montag verlief ohne Besonderheiten, obwohl - die einzige war, daß wir zu dritt waren weil Alf zum ersten Mal nach dem Urlaub seiner Arbeit nachging. Am Dienstag verbrachten wir einen wunderschönen Nachmittag auf dem Killesberg. Auf der Hinfahrt schlief Tomo in seinem Kindersitz ein da wir kurz nach dem Mittagessen losgefahren sind. Rie hat sich mit Sakiko verabredet und weil wir etwas verspätet losgefahren sind und unterwegs auch noch im Stau steckten kamen wir etwas später als vereinbart an der Stuttgarter Messe an. Welch eine Katastrophe für Japaner! Rie war schon während der ganzen fahrt unruhig - das gehört sich nicht! Was für mich, vom Ursprung Südländer eher eine Regel als Ausnahme ist. :-) Dort angekommen fing das volle Programm an: das Wetter war wunderschön, erste Station war am Streichelzoo wo wir einige 20 Cent-Stücke auf dem Futterautomaten ausgaben und dann ging es im gemächlichen Tempo in Richtung Spielplatz weiter. Nach anfänglicher Reserviertheit, gar offenem aus dem Weg gehen akzeptierte mich Ayumi - die Tochter von Sakiko nach und nach, wenn auch mit gewisser Dosis Skepsis. Am Spielplatz der natürlich voll war angekommen, verschwanden die beiden Knirpse an diversen Rutschen, Schaukeln und ähnlichem Gerät - und die beiden Muttis hinterher. Was blieb mir als selbstbewussten Mann übrig, als die beiden Kinderwagen von einer zur anderen Spielstation (lese: Sitzmöglichkeit!) zu schleppen? Erst nach gewisser Zeit fielen mir die fragenden Blicke anderer anwesenden auf! Die einen oder anderen Oma oder Opa lächelten mich milde an aber bei anderen Erwachsenen waren das eher Fragen "Polygamie?" oder vielleicht das eine oder andere "...welches Kind ist jetzt von ihm?" :-) Ich meine, welches Bild gaben wir ab? Zwei Japanerinnen mit so ähnlich japanisch aussehenden Kindern, die mit einem mitteleuropäisch aussehenden Mann Deutsch sprechen während sie ihre Mütter auf Japanisch anreden... Der Eindruck sollte sich noch verstärken als Rie, Sakiko und die Kiddies langsam erschöpft vom Toben zu mir kamen und die Vesper-Sachen rausholten. Rie hat Trauben ausgepackt und reichte sie Tomo, nachdem sie zwei-drei die um den Stiel schon braun waren herauswarf. Tomo fühlte sich dadurch ermutigt die Auswahl nach eigenen Kriterien durchzuführen und fing an jede zweite gen Gebüsch zu fördern. Dieser Verschwendung überdrüssig nahm ich die Trauben an sich und zeigte ihm jede einzeln an mit den Worten "guck mal - die ist gut!". Darauf hat er die gezeigte gepickt und gegessen. Irgendwann fragte ich ihn ob ich denn auch eine haben darf und er gab sie mir bereitwillig, worauf ich mich für jede einzelne deutlich mit "arigato" bedankte. Diese Blicke hätte ich fotografieren sollen! "Jetzt spricht auch der Japanisch mit dem Kind!" oder so ähnlich, obwohl das mitunter das einzige Wort ist das ich - sogar richtig aussprechen kann...

Nach dieser kurzen Erholung gingen wir weiter, an einem See voller Flamingos vorbei, in Richtung Biergarten. Jetzt ließ sich Ayumi von mir sogar kutschieren - das Eis war endgültig gebrochen!



Am Ziel angekommen suchten wir uns einen Tisch in der Nähe einiger weniger Spielgeräte doch die beiden Muttis durften ihre Getränke nicht lange genießen. Von der mageren Auswahl der Spielgeräte offensichtlich gelangweilt, machten sich die beiden Knirpse daran den Biergarten unsicher zu machen während die Mütter versuchten sie daran zu hindern. Als letztes Mittel mußte der böse Paikiman herhalten um die Kinder davon abzuhalten sich irgendwo im Park zu verlieren.



Eines der ersten kulturellen Unterschiede zwischen Japan und dem Rest der Welt was Kinder- und Zeichentrickfilme angeht ist der japanische Superman der dort Anpanman heißt. Sein Gegenpart, gewisser weise der japanische Joker ist der Paikiman der sich ausgezeichnet dazu eignet die Kinder davon zu überzeugen doch das zu tun was man für richtig und angebracht hält. Da an diesen zwei Gestalten eine riesige Merchandising- und Spielzeugindustrie ihr Geld verdient, traf ich sie beinahe überall: mindestens jedes dritte Tomos Spielzeug hat damit was zu tun, dann sind da of course unzählige DVDs mit ihren Abenteuern...

Abschied viel nach diesem schönen gemeinsam verbrachten Nachmittag schwer. Sogar Ayumi versuchte mir etwas auf Japanisch zu erzählen, so hatte sie sich an mich gewöhnt! Auf dem Rückweg saß ich, wie sich herausstellte - zum Glück, neben Tomo auf dem Rücksitz. Bald nachdem wir die Stadt verließen - steckten wir schon im Stau. Tomo war durch die Fülle der Eindrücke der letzten Stunden etwas aufgedreht und ich gab mir redlich Mühe ihn daran zu hindern unsere Fahrerin abzulenken. Ich imitierte Michael Schumacher, schnitt Grimassen und machte Blödsinn, so wie er es auch von meinem Vater gewöhnt war. :-) Was ich mir vorgenommen hatte gelang zum Teil, von Rie bekam er ihr Haargummi und war bis nach Hause ruhig - gut, er ist nichtmal im Schlaf ruhig, daher ist diese Aussage nur zum Teil richtig. Zuhause angekommen wollte er unbedingt, daß Rie ihm die Haare bindet und das nach seinen esthetischen Maßstäben. Danach stand er ganze fünf Minuten vor dem Spiegel sich bewundernd und schrie "Kawaiii! Kawaiii" (Süüüss! Süüüss!) :-)



Nö, das ist dann wohl doch nicht die letzte Folge! Bis zum nächsten Mal, Tschüss!

09 rujna 2006

Urlaub bei Rie, Alf und Tomo

Wie ich im letzten Post beschrieben habe, haben mich meinen Freunde aus dem Krankenhaus abgeholt und wir bereiteten uns auf das Wochenende vor allem auf das Sushi-Essen und auf den runden Geburtstag von Helga, der direkten Nachbarin von Rie und Alf.

Zurückgekehrt vom Einkauf und mit einer Ladung Fisch an Bord, verstauten wir die Sachen erstmal im Kühlschrank um wenig später zu einem Ausflug zum nahe gelegenen Naturpark Schönbuch aufzubrechen. Dort ist, mitten im Wald gelegen, ein Restaurant mit schön eingerichteter Außenanlage mit riesigen Biergarten und da aßen wir zu Mittag. Am späten Nachmittag, wieder nach Hause gekommen, machte sich Rie gleich auf das Kochen und Zubereiten von Sushi. Dabei habe ich ihr ein Bißchen über die Schulter geschaut und in der Zwischenzeit im Garten herumgelungert. Meine Freunde überraschten mich mit einer Flasche Weißwein von unserer Insel, das ist der Wein den wir in den Wochen die wir dort verbringen auch immer trinken. Ich muß sagen, überraschender Weise paßt er gut zu Sushi! Die leckeren Stücke getüncht in die Sojasauce mit Wasabi schmeckten wieder hervorragend. Davor bzw. dazu gab es eine klasse Algensuppe. Nachdem alle satt waren blieben noch ein paar Röllchen übrig - doch die haben den Morgen nicht erlebt! An diesem Abend schauten wir uns noch die ca. dreistündigen Video Aufnahmen die sie, während ich im Krankenhaus lag, im Urlaub gemacht haben und einen Haufen Fotos an.

Am nächsten Tag war zunächst Faulenzen angesagt. Am Nachmittag war dann, ursprünglich als Gartenparty geplant, die Geburtstagsfeier bei den Nachbarn zu der ich kurzerhand eingeladen wurde. Danke Helga! Rie und Alf haben von unseren Nachbarn auf der Insel ein schön verziertes und mit persönlicher Widmung versehenes Fläschchen Lanvendelöl gekauft. Dieses haben wir mit einem Glas Honig aus Kroatien und einem Töpfchen scharfer Zierpaprika zu einem Arrangement zusammengestellt, ganz nach dem Motto "wie das Leben - von allem etwas" :-) Da das Wetter leider nur bis zum Sekt und Aperitif gehalten hat, mußte der Grill in die Garage gestellt werden und die Party ins Haus verlegt werden.


Ich lernte auch Georg kennen, den Mann von Helga und wir verbrachten einen schönen Nachmittag und Abend zusammen mit anderen Gästen die aus der "alten Heimat" von Helga und Georg - von und um die Bergstraße, angereist waren. Wir verabschiedeten uns gegen neun von allen da Tomo schon längst im Bett hatte sein sollen und Alf am morgigen Montag einer besonderen Belastung ausgesetzt war - seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub. Meine Freunde und ihre Nachbarn kommen sehr gut miteinander klar, sie haben z.B. keinen Zaun gebaut der ihre Gartenhälften teilt, so daß sie abends öfters zusammen sitzen und Katrin - Tochter von Helga und Georg, oft mit Tomo spielt und für ihn mittlerweile sowas wie die große Schwester ist.

OK, Schluß für heute. Da ich gemerkt habe, daß meine Geschichten immer länger werden diesmal zur Abwechslung eine etwas kürzere. Nächstes Mal dann der Ausflug zum Killesberg zusammen mit Sakiko und ihrer Tochter Ayumi und der letzte Tag meines Aufenthaltes bei Rie, Alf und Tomo. Dies wird voraussichtlich der letzte Teil im "Urlaub auf dem Bauernhof/Krankenhaus" Opus.

07 rujna 2006

Urlaub im Krankenhaus 2

Willkommen zurück! Wie versprochen geht es heute um die letzten Tage im Krankenhaus, um meinen Bettnachbar aus dieser Zeit und um eine wahre Freundschaft.

Die paar Tage vor meiner Entlassung waren von einer gewissen Langeweile geprägt. Es war nicht diese Art von Langeweile die einen ermüdet und quält nein, es war eher eine erholsame, eine gute und möchte ich fast sagen eine befreiende Langeweile nach den Aufregungen der letzten anderthalb Wochen. Die Tage nahmen den Rhythmus der Mahlzeiten, regelmäßiges Teekochen, noch etwas seltene Spaziergänge im Gebäude und tägliches Duschen waren einziger Zeitvertreib dazwischen. Spazieren gehen hat sich deshalb auf das Gebäude beschränkt weil ich noch, scheinbar unzertrennlich mit meinem Begleiter




verbunden war. Erst am vorletzten Tag sollte ich dann in die vollkommene Bewegungsfreiheit entlassen werden: endlich entfernte man da die restlichen noch vorhandenen "Anschlüsse" von und aus meinem Körper. Erst dadurch bot sich die Gelegenheit die Umgebung des Klinikums zu erkunden, die schon spätsommerlich wärmende Sonne zu genießen und ein-zwei von noch nicht ganz reifen Äpfeln von der nahen Obstwiese zu kosten.

So unangekündigt wie angenehm überraschend bekam ich am vorletzten Tag einen Bett- und Zimmernachbar, Roman aus Allgäu. Da man aufhörte mich mit Antibiotika zu Behandeln, traute man sich wohl endlich wieder Menschen im gleichen Zimmer mit mir übernachten zu lassen *lach*. Wir hatten gleich einen guten Draht zueinander und fanden auch einige Gemeinsamkeiten: unsere familiäre Situation, wir mögen gutes Essen und guten Wein sowie - was mit den letzteren beiden zu tun hat – wir sind ausgesprochene Frankophile. Leider leidet er an einer Krankheit die sein Verdauungstrakt angreift. Diese kommt in Schüben und während dieser kann er keine Nahrung zu sich nehmen, sondern muß künstlich ernährt werden und nimmt innerhalb kurzer Zeit erheblich ab. Zu allem Unglück ist Roman auch noch von Beruf Gemüsebauer, ist also an der Quelle frischer und gesunder Nahrung von der er weiß wie sie aufgewachsen ist! Wir redeten an diesem Abend bis ziemlich spät, versuchten aber das Thema Krankheit und alles damit Zusammenhängende so gut es ging auszulassen. Da er leidenschaftlicher Motorradfahrer ist und schon einmal in Kroatien war - allerdings im Norden lud ich ihn ein, uns nächsten Sommer gemeinsam mit seiner Freundin zu besuchen. Am nächsten Morgen konnte er schon nicht mehr frühstücken. Wir tauschten noch die Adressen und Telefonnummern aus und während ich unter der obligatorischen Dusche war, wurde er abgeholt. An diesem Morgen bekam er einen Venenkatheter "eingebaut" damit man ihn über die Infusion ernähren konnte. An dieser Stelle: alles Gute Roman! Gute Besserung und ich hoffe Du wirst nächstes Jahr fit damit wir uns mit gegrilltem Fisch vollschlagen können!

Am Vortag sind Rie, Alf und Tomo wieder aus Kroatien zurückgekommen und wir verabredeten uns an diesem Vormittag, daß sie mich abholen kommen nachdem ich auch offiziell entlassen wurde. Ich bekam von meinem behandelnden Arzt die Entlassungspapiere, noch einige Empfehlungen mit auf den Weg und wir verabschiedeten uns. Kurz danach kamen auch schon meine Freunde und wir fuhren los, den schönsten fünf Tagen meines Urlaubs am Lande entgegen. Gleich nach unserer Ankunft in ihrem Zuhause bekam ich die Anweisung sich nicht nur wie zu Hause zu fühlen sondern auch so frei zu benehmen. Rie hat Mineralwasser mit Kohlensäure kalt gestellt, unseren Lieblingssirup - aus Zeiten als wir noch Nachbarn in Karlsruhe waren, gekauft und auch Eiswürfel gemacht. Der (erneute) Empfang hätte aus meiner Sicht nicht besser vorbereitet sein können! Am Samstag nach dem wir geimeinsam ausgiebig gefrüchstückt haben, machten Rie und Ich uns auf den Weg zum Einkauf. Etwas was mir im Krankenhaus zu schaffen machte, obwohl das Essen sehr gut ist, war die teilweise spartanische Menge, besonders beim Frühstück der für mich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. Es waren noch ein paar Sachen, hauptsächlich Lebensmittel aber auch Blumen für Helga (Nachbarin die an diesem Sonntag runden Geburtstag feierte) zu holen, vor allem aber der Fisch für das große Sushi-Essen das für den Abend geplant war...



Die Japaner aus der Umgebung von Böblingen kennen sich alle und treffen sich regelmäßig in familiärer Atmosphäre. Sie legten vor gewisser Zeit Geld zusammen und kauften eine Tiefkühltruhe die bei Sakiko, einer der befreundeten Japanerinnen aus Böblingen im Keller steht. Sie haben nämlich einen Lieferanten gefunden der ihnen alle zwei-drei Wochen die speziellen Lachsfiletstücke, Meeresfrüchte und ähnliche feine Sachen, tiefgekühlt und aus Japan importiert anliefert und Bestellungen entgegen nimmt. Wir statteten ihr auf dem Rückweg vom Einkauf einen Besuch ab. Vielleicht würde sich einer der noch keinen Kontakt mit den hier länger lebenden Japanern hatte, sie als zurückhaltende und schüchtern wirkende Menschen vorstellen. Solche gibt es sicherlich auch, doch habe ich bisher Glück ausschließlich solche zu kennen die von unserer europäischen Lässigkeit und Herzlichkeit im Umgang miteinander längst „verdorben“ sind. Ich fühlte mich auch diesmal sofort wie in eine Familie aufgenommen worden zu sein.

Schön, jetzt habe ich schon wieder ausgeholt mit der G’schicht. Schluß für heute! Nächstes Mal Genaueres und Detailliertes über die schönen Tage mit Rie, Alf und Tomo. Bis dann!

04 rujna 2006

Urlaub im Krankenhaus

Hallo! In der letzten Folge habe ich Euch versprochen diesmal von einer "induzierten Psychose" zu erzählen. Ereignet hat sich da folgendes:

Ende der ersten Woche, da ging es mir wieder etwas besser, bin ich wieder auf die "normale" Krankenstation verlegt worden (3/1-Innere). Man hat bis dahin wie erwartet die Krankheit mit Antibiotika bekämpft und das lief soweit gut - Beweis: ich bin ja innerhalb weniger Tage von den Toten wieder auferstanden. Dann bekam ich ein Antibiotikum (Piperacillin) als Infusion, das bei mir eine sehr heftige Reaktion auslöste - ich bekam Halluzinationen! Nachdem alles schon gelaufen war, wachte ich nach zwei Tagen wieder auf der (Halb)Intensivstation auf und erst da begriff ich was passiert war. Die Ereignisse von vor zwei Tagen rollten sich wieder wie eine Filmrolle ab und huschten an mir vorbei, wie ein Knäuel das in diesen zwei Tagen weiß Gott wo im Unterbewusstsein versteckt war. An jedes auch kleine Detail erinnere ich mich klar, so als würde ich es immer wieder erleben. Auch wie ich den Infusionsständer auseinander nahm mit dessen Teilen ich das Bett schlug, wie ich halluzinierte mein Zimmer wäre voll von Leuten die immer wieder verschwanden um dann wieder aufzutauchen und wie ich mein Schränkchen, eines dieser Kasten mit dem ausziehbaren Tisch, über den Kopf gehoben und auf das Bett geschmissen habe! Die Ärzte, die an dem Abend Dienst hatten standen ganze Zeit an der Tür mit der Klinke in der Hand, bereit die Tür hinter sich zuzuschlagen und von außen abzuschließen - hätte ich auch nur einen Schritt in ihrer Richtung gemacht. Eine der Krankenschwestern die auch anwesend war, erzählte mir später wie mein Wahn zu Ende ging: ich hätte mich an die Wand gelehnt und eingeschlafen! Da hat man sich wieder ins Zimmer getraut und hat mir, so im stehen schlafend, erstmal ein Beruhigungsmittel verpasst und mich auf die Intensivstation verfrachtet. Hinterher habe ich diesen Infusionsständer untersucht und festgestellt, daß man erstmal eine richtig lange, fest zugedrehte Schraube aufschrauben muss um das Ding auseinander zu bekommen - ohne Werkzeuge. Vor allem, dieser Nachtkasten ist unter normalen Umständen richtig schwer, jedenfalls habe ich es gerade zehn Zentimeter hochziehen können. Verrückt...

Tolle Erfahrung, nicht war?

Als ich wieder in mein Zimmer zurückkehrte, das ich übrigens - bis auf die letzten zwei Tage - ganz für mich alleine hatte (wen wundert's, gell? *lach*), fing die schöne Zeit meines Krankenhausaufenthaltes an. Das Wetter spielte einigermaßen mit und wieder zu Kräften gekommen wagte ich einen Spaziergang in den Garten und nähere Umgebung der Filderklinik. Dabei stellte ich fest, dass sie so gut wie im Wald liegt und sobald man das Gelände verlässt ist man mitten auf einer Wiese zwischen den Obstbäumen. Aus dem nahen Bauernhof hört man die Schafe und das Brummen eines Traktors - Idyll auf dem Lande! So kam ich überhaupt auf den "Urlaub auf dem Bauernhof"... Da ich einiges an Ausdauer eingebüßt hatte und auf meinem Rundgang ziemlich weit weg vom Gebäude kam, war ich auf dem Rückweg richtig aus der Puste gekommen. Mit Mühe wieder ins Zimmer zurückgekehrt kam ich auf die rettende Idee: Duschen!

Wenn ich ein perfektes Gefühl beschreiben würde, dann sicherlich so: das Gefühl das sich einstellt wenn man nach einer Woche im Krankenhaus, endlich frisch geduscht, im Bad mit noch nasser Haut und Haaren, im Licht der untergehenden Sonne sitzt. Da fällt alles ab, das Krankenhaus, der verpasste Urlaub mit der Familie und Freunden… Alles egal… Wer so etwas schon mal erlebt hat wird wissen wovon ich spreche.

Zwei-drei Tage vor meiner Entlassung kamen aus Stuttgart Ingrid und François zu Besuch.



Ich nenne sie schon seit jeher Tante und Onkel, eigentlich habe ich immer noch nicht herausbekommen ob es auf Deutsch eine treffendere Bezeichnung für den Sohn der Tante und des Onkels mütterlicherseits meines Vaters gibt... Im Kroatischer Sprache ist man da bestimmt schon erfinderisch gewesen… :-) Obwohl das Einzelzimmer auf jeden Fall ein Riesenvorteil ist, hat es sich in mancherlei Hinsicht auch als Nachteil erwiesen. Bei diesem Besuch spürte ich zum ersten Mal, daß mir in den letzten Tagen ein Gesprächspartner gefehlt hat. Wir setzten uns vor die obligatorische Krankenhauscafeteria und unterhielten uns anderthalb stunden lang über Gott und die Welt. Es tat so gut! Versteht mich nicht falsch, mit jemand geredet habe ich sonst auch, aber es war fast immer nur offiziell: Arzt (Krankenschwester etc.) – Patient Beziehung. Wenn dir aber einer sagt „ Bub’ Du machsch vielleicht Sache’ “ dann ist das natürlich von einer völlig anderen Qualität! :-)

So, jetzt aber Schluß für diesmal! Genug geredet (geschrieben)! Ich erzähle Euch nächstes Mal von den letzten Tagen, von meinem Bettnachbar in dieser Zeit und dann von einer Freundschaft vom unschätzbaren Wert! Hier sei nochmal auf die restlichen Fotos hingewiesen.

Allerweil, jetzt trinkemer oiner! Ha, wenn’s schee macht! Tschüsle! :-)

01 rujna 2006

Urlaub auf dem Bauernhof 2

Willkommen beim zweiten Teil meiner Landurlaub-Odyssee. Im ersten Teil habe ich Euch beschrieben wie ich in der Filderklinik statt in Split auf dem Flughafen gelandet bin.

Meine Erinnerung an den ersten Tag ist auf wenige Tatsachen beschränkt. Ich weiß noch, daß an diesem Dienstag richtig was los war auf der Aufnahme. Ich wurde etliche Male zu verschiedenen Untersuchungen gefahren um danach wieder auf dem Ausgangspunkt zu landen - allerdings erstmal auf dem Flur. Von da hat man mich wieder ins Aufnahmezimmer gezogen sobald drin wieder ein Stellplatz frei war. Mein besonderer Dank gilt einer namenlosen Krankenschwester in blauer Krankenhausmontur die, mit schöner Regelmäßigkeit, die feuchten Tücher auf meiner Stirn gewechselt hat und mir so erheblich die Leiden gelindert hat. Später nutzte ich erste Gelegenheit mich Persönlich bei ihr zu bedanken.

Ich weiß nicht wie lange ich da schon gelegen habe bevor man mich auf die "normale" Krankenstation (4 - Innere) verlegt hatte. Die Freundin von mir, meine liebe Rie rief vom Flughafen Split an als sie festgestellt hatten, daß ich nicht da bin. Ich erklärte ihr was passiert ist und wünschte ihnen schönen Urlaub mit meinen Eltern. Ab da sind meine Erinnerungen an die erste Woche sehr verwischt, so als hätte man mir eine Milchglas-Brille aufgesetzt, alles ist verschwommen und ungeordnet, wie in Zuckerwatte eingewickelt... Wie ich später erfahren sollte, fing da der Virus in meinem Körper richtig an zu wüten, mischte die Blutwerte auf, so daß z.B. ein Muskelenzym mit Normalwert unter 190 U/l auf 70.000 U/l (!) stieg und in Folge dessen meine Nieren zu Versagen drohten! Die erhöhte Dosis Cortison die ich in den letzten Tagen eingenommen habe, hat mein Immunsystem nur geschwächt und so konnte der Virus schön machen was er will. Der Zustand anderer inneren Organe sah auch nicht rosig aus.

An die zwei Besuche meines Onkels in diesen Tagen kann ich mich sogar überhaupt nicht erinnern, zumindest nicht ihn getroffen zu haben. Die ersten zwei Nächte, sofern ich mit meiner Zeitrechnung richtig liege, habe ich fast gar nicht geschlafen weil ich das Zimmer mit einem Herren teilte der ununterbrochen Selbstgespräche führte. Meine Bitte in ein anderes Zimmer verlegt zu werden wurde harsch abgelehnt. Das war in diesen zwei Wochen das einzige Mal, daß ich nicht korrekt behandelt wurde. Was danach geschah, was man mit mir anstellte, wo ich alles war - vermag ich nicht mehr zu sagen. Ich erwachte aus meinem "Dornröschenschlaf" erst Ende der Woche wo es mit mir wieder etwas bergauf ging und stellte fest, daß meine Armbeugen voller Blutergüsse waren. Da hatte wohl jemand versucht meine gut versteckten Venen zu treffen.

Während dessen, die ganze Woche lang, saßen meine Eltern und meine Freunde wie auf heißen Kohlen auf unserer geliebten Insel. Aus dem was mein Onkel berichtet hatte war ihnen klar geworden - besonders meinem Vater der selber Arzt ist, daß ich im Sterben lag... Zum Glück war da der zweijährige Sohn meiner Freunde der sie von schlimmen Gedanken etwas abgelenkt hat. Unsere Eltern sind mittlerweile in die Phase gekommen wo sie sich Enkelkinder wünschen - so haben sie in diesen gut zwei Wochen einen gehabt.




Ich habe mir hinterher die Videoaufnahmen angeschaut, besonders wie der kleine Tomo meinem Vater beim Einbau einer Anhängerkupplung mitgeholfen hat *grins*...


Soviel für den zweiten Teil. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch von einer „induzierten Psychose“, davon wie man im Krankenhaus noch paar schöner Tage verbringen kann und vom Bedürfnis mit jemandem zu reden.


Jetzt erstmal noch eine Runde - geht auf mich! Worauf trinken wir? Auf die Gesundheit natürlich…

30 kolovoza 2006

Urlaub auf dem Bauernhof

In den Neuzigern hat man in den Medien öfters vom Landurlaub oder "Urlaub auf dem Bauernhof" gehört. Es war eine Werbung die auf der ziemlich abgefahrenen Vorstellung basierte, gestresste Stadtmenschen würden mit ihren Kindern lieber 1-2 Wochen auf dem Lande, vorzugsweise auf einem Bauernhof irgendwo in Deutschland verbringen, statt eben nach Mallorca oder nach Türkei zu fliegen, auf dem Strand zu liegen und/oder literweise Sangria zu versaufen. Kinder wären von den ganzen Tieren begeistert und die Eltern würden sich auf der tollen Landluft, fernab der Abgase und des Lärms ach so richtig erholen können.

Obwohl ich nie ein Anhänger dieser Idee war - auch Mallorca & Co. löst bei mir keine Begeisterungsstürme aus, kam ich dieses Jahr gewisser Weise notgedrungen in den Genuss der berühmten "Landluft". Die Geschichte geht so:

Ich sollte am Dienstag, 08.08. gemeinsam mit Freunden von mir, von Stuttgart aus nach Kroatien zu meinen Eltern fliegen. Dort sollten wir die ersten zwei Wochen gemeinsam verbringen und ich würde noch eine Woche dranhängen. Praktischerweise wohnen diese Freunde von mir, namentlich Rie und Alf, auch noch in Stuttgarter Umgebung und haben es bis zum Flughafen einige S-Bahn Haltestellen weit. So fuhr ich schon am Montag davor zu ihnen mit der Absicht dort zu übernachten und dann am nächsten Tag die Reise anzutreten. Mein Flug ging zwei Stunden vor ihrem, so versprach ich ihnen in Split auf dem Flughafen auf sie zu warten. Ich wollte ihnen Deutsch sprechenden kroatischen Taxi- oder Busfahrer und ähnliche Unannehmlichkeiten ersparen *lach*.

Schon am Wochenende fühlte ich mich seltsam, bekam Halsweh und es wurde mir schwindelig. Ich dachte, wieder so ein grippaler Infekt, ich bin wegen meiner Vorerkrankung anfällig, Cortison verdoppeln und dann ist in 2-3 Tagen Ruhe. In der Nacht auf Dienstag wurde mir dann richtig schlecht. Ich bekam Fieber und Gliederschmerzen, am nächsten Morgen konnte ich kaum noch stehen. In mir kam eine Erinnerung auf, wie das war als ich noch als kleines Kind Grippe oder Erkältung hatte: meine Eltern hätten aus frisch gepressten Zitronen eine Limonade gemacht, meine Mutter hätte eine kräftige Suppe gekocht und hätte ständig einen Tuch unter kaltem Wasser ausgewaschen und mir damit die Stirn gekühlt… Ich wäre rundum versorgt! Wegen dieser Vision, die wahrscheinlich schon dem aufkommenden Wahnsinn der Krankheit entsprungen war, wurde ich noch entschlossener zu reisen. Dann verabschiedete ich mich von meinen Freunden, Alf hat mich noch zur S-Bahn gebracht und begleitet, schaffte es noch mit letzter Kraft zum Flughafen und brach dann beim Check-In zusammen!

Als mich die Sanitäter auf ihre Station brachten stellten sie fest, daß ich über 40 Grad Fieber hatte und zu hohen Blutdruck. Natürlich, es stand sofort fest, in dem Zustand würde mich kein Pilot der Welt mitnehmen! Da noch Zeit zum Einchecken war einigten wir uns, daß man mir irgendwas verabreicht in der Hoffnung, in einer Stunde würden sich die Zeichen einer Besserung zeigen – dann kann ich fliegen, ansonsten…
Diese eine Stunde ging schnell vorbei, ich hatte immer noch höllischen Fieber und mein Blutdruck spielte noch verrückter. Nachdem klar war, daß ich es alleine nicht schaffe wieder nach Hause zu fahren und auch niemanden engagieren kann es zu tun, bestellten sie den Rettungsdienst und brachten mich nach Filderstadt in die Filderklinik...



Soviel für heute, nächstes mal erzähle ich Euch wie's weiterging. In der Zwischenzeit könnt ihr Euch noch ein paar Fotos angucken. Tschüssle!

28 veljače 2006

Heute ist...

...mein Geburtstag. Hmmm... Oder doch morgen?

Eigentlich ist es heute zu früh und jemanden früher zum Geburtstag zu gratulieren, so sagt man, bringt Unglück. Morgen jedoch ist es zu spät. Morgen geht es also nur nachträglich.
Außerdem, ich werde/bin erst 8,5 Jahre - wenn man die "richtigen" Geburtstage zählt.

Ein durchschnittlicher Schwabe würde sich jetzt fragen:
- Hä? Wie meinschdes Junge? Isch des der...
- Ja (Ha joo, so isch's).

Ich bin an dem geizigsten Tag den es überhaupt geben kann geboren: Am 29. Februar! Nah dran kämen noch der 24. Dezember und der 1. Januar, doch die gibt es jedes Jahr.
Ich hatte es noch nie als Nachteil empfunden, obwohl... -Ja gut, das eine oder andere Mal schon. Vor allem hat es mich manchmal irritiert, daß ich eine Ausnahme war, quasi was besonderes, immer der "Tibor der nur alle vier Jahre Geburtstag hat". Was ist schon dabei? Ein Geburtstag wie jeder andere auch. Sowieso werde ich jede weitere Sekunde, jede Minute und Stunde älter als ich es eben gerade war. Es sind keine vier Jahre des Winterschlafs und selbst dann...

Nachdem ich lernte es so zu sehen - und die Erkenntnis kam erst mit gewissen Alter, pflegte ich es halb im Scherz zu sagen, meine geizige Eltern hatten es so eingerichtet. Wie man bei uns im Schwabenländle öfters hört - dieses oder jenes koscht (kostet) aber! - wahrscheinlich haben sie sich auch gedacht: Geburtstagsfeier jedes Jahr: des koscht doch! Und die ganzen Geschenke jedes Jahr - des koscht doch auch!
Meine Eltern aber haben sich sonst immer viel Mühe um micht gemacht, so daß dies - wenn überhaupt - keine so große "Entschädigung" war...

Obwohl es den unglücklichen 29. Februar nicht jedes Jahr gibt, hat sich dennoch wichtiges und auch interessantes an diesem Tag zugetragen. Es gibt zwei ausführliche Artikel darüber bei Wikipedia: Auf Deutsch und auch Englisch. Ebenfalls empfehle ich einen interessanten Text von Georg Christoph Lichtenberg, "Trostgründe für die Unglücklichen, die am 29sten Februar geboren sind" beim Projekt Gutenberg.

Also prosit auf die Gesundheit, und auf daß ich mindestens 25 werde! Bis zum nächsten Mal!

27 veljače 2006

Aller Anfang...

...ist bekanntlich schwer.

Willkommen in meinem Blog!

Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, mit sich selbst gehadert, Pläne geschmiedet... Es ist ein Traum den schon mein Vater hatte: eine Dorfkneipe, die einzige in einem kleinem und verschlafenem Nest im Norden Kroatiens. Da wo sich die Bewohner - männlich wie weiblich, jung wie alt - versammeln, wo die Nachrichten zusammenlaufen, ein Ort wo man gerne einkehrt. Doch dann habe ich es immer vor sich hin geschoben. "Provinziell" sagten die einen, "Spinner" die anderen. Dieser Gedanke hat mich bisher nicht in Ruhe gelassen - ich weiß auch nicht mehr warum, vielleicht habe ich mich einfach an ihn gewöhnt - keine Ahnung! So wie eine lange vor sich hingeschobene und vergessene Hausaufgabe holt er mich immer wieder ein.

Und: die Träume sind das eine und die Wirklichkeit meist was anderes...

Blogs und alles was dazu gehört fand ich früher langweilig, ich dachte, es wäre wieder so eine Modeerscheinung, doch mit der Zeit hat sich das geändert. Mittlerweile las ich sie jeden Tag, zu verschiedenen Themen, mal rechtliches dann und wann Politik, abends dann über Internet, Computer, Software... So kam ich auf die Idee meinen Traum "virtuell" Wirklichkeit werden zu lassen. Und hier bin ich: Wirt der Kneipe namens "Zum geizigen Schwaben". Technisch absolut unbedarft aber voller Elan und reich an Ideen.

Das wär's für heute! Auf geht's Läute, letzte Runde vor dem Feierabend!